Direkt zum Inhalt springen
Menü

Projekt AWIQ Ergaten-Talbach


 

Nachbarschaftshilfe und Talentbörse
Quartier Ergaten-Talbach
8500 Frauenfeld

 


 

Unsere Institution ist im Aufbau. Wenn alles nach Plan verläuft starten wir am 1. März 2019 mit unserem Angebot.

 

Ausgangslage

Was früher selbstverständlich war, funktioniert heute nicht mehr einfach so: Die Nachbarschaftshilfe. Die Gründe dafür sind im gesellschaftlichen Wandel zu suchen. Die Individualisierung infolge Auflösung der Grossfamilien führt zunehmend zur Anonymität und schwächt das soziale Netzwerk. Zudem zwingen uns der Abbau der sozialen Sicherheit sowie die demografische Überalterung der Gesellschaft, neue Visionen zu entwickeln. Was klar ist, das Bedürfnis nach Nachbarschaftshilfe besteht nach wie vor.

Lücken bei der informellen Nachbarschaftshilfe innerhalb der Familie und dem Bekanntenkreis können geschlossen werden durch eine organisierte Nachbarschaftshilfe. Diese vermittelt den Kontakt zwischen Hilfesuchenden und Freiwillig Helfenden und führt sie zusammen. Idealerweise geschieht dies innerhalb eines Quartiers, wo man sich kennt.

 

Ziele

Unter dem Namen Nachbarschaftshilfe und Talentbörse Ergaten-Talbach soll eine organisierte Nachbarschaftshilfe (NBH) sowie eine Talentbörse (TB) betrieben werden. Diese sollen auf Freiwilligenarbeit basierende niederschwellige Dienstleistungen anbieten, der gesamten Quartierbevölkerung, über Generationen und kulturelle Hintergründe hinweg.

Die beiden Angebote haben zum Ziel die Solidarität und die Begegnungsmöglichkeiten zwischen den Quartierbewohnern jeden Alters fördern. Sie sollen einen Beitrag leisten gegen die Vereinsamung alleinstehender Menschen, Angehörige von Pflegebedürftigen entlasten, Hilfe für Alleinerziehende darstellen und Unterstützung für Menschen aus anderen Kulturen oder mit Beeinträchtigungen bieten. Andererseits sollen sie für junge, tatkräftige Rentner und Rentnerinnen eine sinnvolle Beschäftigung darstellen. Insgesamt können sie so zur Verbesserung der Lebensqualität aller Beteiligten beitragen und nebst ihrem individuellen auch einen gesellschaftlichen Nutzen liefern.

Organisation, Arbeitsprozesse und Reglemente sollen in Anlehnung an das Alterskonzept der Stadt Frauenfeld (2014) und das im Quartier Kurzdorf erfolgreiche Projekt «Älter werden im Quartier» (AWIQ) gestaltet werden. Damit soll eine spätere Vereinheitlichung über das gesamte Gemeindegebiet erleichtert werden.

Die angebotenen Dienstleistungen basieren auf Freiwilligenarbeit und sind für Hilfeempfangende und Talentnutzende mit Ausnahme von Spesenentschädigungen kostenlos. Die Mitglieder der Betriebsgruppe und der Vermittlungsstelle von Nachbarschaftshilfe und Talentbörse arbeiten ehrenamtlich.

 

Entstehungsgeschichte

Unser Quartier Ergaten-Talbach hat ca. 5'300 Einwohner in 3'000 Wohneinheiten. Davon sind gut 20% älter als 65 Jahre, dies ist verglichen mit Stadt und Kanton eine sehr hohe Quote. Die Bevölkerung ist bunt durchmischt aus verschiedenen Kulturen und Einkommensschichten. Das Quartier besteht zu ähnlich grossen Teilen aus Ein- und Mehrfamilienhäusern. Es umfasst zudem das Alterszentrum Park und zwei Alterswohnsiedlungen. Die demografische Entwicklung und der gesellschaftliche Wandel rufen nach neuen Lösungen beim Zusammenleben.

Der Gedanke für das Quartier Ergaten-Talbach eine organisierte Nachbarschaftshilfe aufzubauen reifte im Kopf von Hansjörg Rietmann im Herbst 2017. Die Umstände dazu waren günstig: Im Kurzdorf gab es seit rund zwei Jahren aus dem Projekt «AWIQ» ein erfolgreiches Muster dafür. Heinz Wiederkehr, Leiter der Betriebsgruppe im Kurzdorf war ein guter Bekannter von Hansjörg Rietmann. Zudem kam die Idee sowohl beim Quartierverein Ergaten-Talbach wie auch beim Amt für Alter und Gesundheit der Stadt sehr gut an.

Ende November 2017 fand ein Koordinationsmeeting mit der Stadt und dem Quartierverein Ergaten-Talbach statt. Danach folgte eine erste Kontaktaufnahme mit der Nachbarschaftshilfe und Talentbörse Kurzdorf. Auch dort war die Hilfsbereitschaft gross. Im März 2018 wurde dann die Idee in der Zeitung des Quartiervereins bekanntgemacht und gleichzeitig zur Mithilfe aufgerufen. Daraufhin, anlässlich der Hauptversammlung des Quartiervereins, meldeten sich spontan 26 Bewohnerinnen und Bewohner zur Mithilfe beim Aufbau oder danach.

Am Kickoff-Meeting vom 17. April 2018 wurde daraus eine vorerst 7-köpfige Arbeitsgruppe gebildet. Diese bestand aus den Quartierbewohnerinnen und -bewohnern Heidi Hefti, Regula Hohl, Monika Müller, Célia Santinho, Thomas Vögeli und dem Leiter Hansjörg Rietmann. Heinz Wiederkehr, Leiter der Nachbarschaftshilfe Kurzdorf und Vertreter des DaFa (Dachverband für Freiwilligenarbeit Frauenfeld), verpflichtete sich ebenfalls zur Mitwirkung in der Arbeitsgruppe.

In der Zeit bis Januar 2019 traf sich die Arbeitsgruppe zu 12 ordentlichen Sitzungen. Daneben wurden unzählige Stunden mit weiteren Besprechungen, "Hausaufgaben", Abklärungen und Vorbereitungen aufgewendet.

Ein wichtiger Meilenstein wurde am 14.6.2018 erreicht, als sich der DaFa bereit erklärte die Trägerschaft für die Nachbarschaftshilfe und Talentbörse Ergaten-Talbach zu übernehmen. Einerseits verpflichtete sich die in Gründung begriffene Organisation damit, sich an die Vorgaben von DaFa und Stadt zu halten. Andererseits wurde damit aber auch die finanzielle und rechtliche Basis geschaffen. Übergeordnetes Ziel ist es, eine spätere eventuelle Vereinheitlichung über das gesamte Gemeindegebiet zu ermöglichen.

Es zeigte sich, dass das Projekt mehr Zeit in Anspruch nehmen wird als ursprünglich angenommen. Die jederzeit spontane Unterstützung durch das Amt für Alter und Gesundheit und den Quartierverein Ergaten-Talbach motivierten das Projektteam immer wieder. Und die Arbeitsgruppe war sich einig darin die Grundlagen seriös zu erarbeiten. So wurden nebst dem Konzept auch Aufgabenbeschriebe für Betriebsgruppe, Vermittlungsstelle und Freiwillig Helfende erstellt. Für die Administration wurde eine EDV-Lösung evaluiert und deren Finanzierung mit der Stadt geregelt. Diese soll später auch bei der Nachbarschaftshilfe Kurzdorf und allenfalls in weiteren Quartieren verwendet werden können.

Für die Besetzung der 5-köpfigen Vermittlungsgruppe konnten nebst Regula Hohl vier weitere Personen aus dem Bekanntenkreis der Arbeitsgruppe gewonnen werden: Ruth Ammann, Claire Bont, Roland Büchi und Uschi Storari. Auch sie wirkten ab Herbst 2018 in der Arbeitsgruppe mit, welche inzwischen 11 Mitglieder umfasste. Im nächsten Schritt wurde die Betriebsgruppe, welcher die strategische Leitung obliegt, gebildet. Ihr gehören Claire Bont, Roland Büchi und Hansjörg Rietmann als Leiter an.

Die Arbeitsgruppe wurde in die Erarbeitung der Grundlagen umfassend einbezogen. Alle wichtigen Entscheidungen wurden gemeinsam gefällt. Schliesslich soll die neue Institution über Jahre breit mitgetragen werden.

Nachdem Telefonnummer, Mail- und Internet-Adressen organisiert waren, konnte mit der Erarbeitung des Werbematerials und der Gestaltung der Webseite begonnen werden.

Im Januar sollen nun die ersten Freiwillig Helfenden und Talentanbietenden durch die Mitglieder der Vermittlungsstelle informiert und in ihre Aufgabe eingeführt werden.

Im Februar gilt es die EDV-Lösung einzuführen. Gleichzeitig beginnt die Werbekampagne mit einem Flyer-Versand im Quartier, mit einer Medienorientierung sowie Mitteilungen über die eigene Internetseite und diejenige des Quartiervereins Ergaten-Talbach.

Der Start der operativen Tätigkeit ist geplant auf Freitag 1. März 2019. Wir erwarten keinen Ansturm auf unsere Vermittlungsstelle. Es werden weitere Anstrengungen erforderlich sein, unser Angebot in der Quartierbevölkerung bekannt zu machen. Die Arbeitsgruppe wird dabei noch auf unbestimmte Zeit mitwirken, bevor sie dann aufgelöst wird.

 

 

^ Top